SOLIDARISCHES PROGRAMM DER LÄNDER DES NORD- UND SÜDUFERS

Expédition MED nimmt an der Entwicklung eines ökologischen Bürgersinns im Mittelmeerraum teil und schult Partner und Vereine aus der Gegend zu Probenahmen von Mikroplastik. Partnerschaften wurden bisher eingegangen mit Umweltorganisationen aus Spanien, Griechenland, Italien, Marokko, Algerien, Tunesien…

Diese sind eingeladen, die Verfahren des Forschungsprogramms kennenzulernen, daran teilzunehmen sowie die Aktivitäten und Botschaften der Expedition aufzugreifen und zu verbreiten. Sie tragen damit zur lokalen Entwicklung eines Netzwerks von Laboren und Forschungszentren im Mittelmeerraum bei, die sich mit der Verschmutzung des Meers durch Plastik befassen.

Während der einzelnen Landgänge wurden Veranstaltungen, Zusammenkünfte, Diskussionen, Aktionen und Vorträge in Zusammenarbeit mit den Partnern organisiert und in den Medien bekannt gemacht. Mit diesen Aktivitäten wurden die Bindungen zwischen Frankreich und den Mittelmeeranrainerstaaten zum Thema Umwelt gestärkt, der Austausch zwischen verschiedenen Organisationen sowie ein Geist der Brüderlichkeit gefördert.

Langfristig ist die Route des Expeditionsschiffs im westlichen und östlichen Teil des Mittelmeers sowie in der Adria als Symbol für das notwendige gemeinsame Engagement aller Küstenstaaten für den Schutz des Mittelmeers zu verstehen.

Marokko

Dr. Faid El Madani, Biologe im C/R INRH (Institut National de la Recherche Halieutique – Nationales Institut für Fischereiforschung) in Nador und Houssine Nibani, Präsident der Vereinigung AGIR im Al Hoceima, haben an Bord der Ainez an einem gemeinsamen Programm zur Beobachtung von Walen und zur Probenahme von Plankton teilgenommen sowie einer Probenahme von Mikroplastik beigewohnt. Im Hafen von Al Hoceima ist das marokkanische Fernsehen an Bord gekommen, um eine Reportage zu drehen. Ziel war die Vorbereitung einer zukünftigen Partnerschaft, um gemeinsam die Verunreinigung durch Plastikmüll in Marokko zu untersuchen.

 

ALGERIEN

Anlaufhäfen : Oran, Alger, Bejaia, Skikda et Annaba

Carte nav Algérie
Mit 1.600 km Küste steht Algerien zum Thema Plastikmüll im Mittelmeer an vorderster Front. Auf dem Programm stand eine beispiellose Sensibilisierungskampagne mit verschiedenen Vorführungen, die vom Ministerium für Marineressourcen und Fischerei sowie der Universität von Annaba unterstützt wurde.
Wir bedanken uns bei allen algerischen Vereinigungen für den ausgesprochen herzlichen Empfang und möchten sie ermutigen, ihre Motivation für die Zukunft ihrer Länder zu bewahren.

Dr. Emir Berkane (siehe Video), unser Koordinator in Algerien, ist mit fünf algerischen Ökovolontären an Bord der Ainez gekommen.

Mitteilung: Mit Genugtuung haben wir die Nachricht über die Ankündigung des algerischen Ministeriums für Raumordnung und Umwelt im Januar 2015 aufgenommen, bis 2017 in Algerien die sogenannten oxofragmentierbaren Plastiktüten zu verbieten. Dies war im Rahmen des Besuchs in Algerien im Jahr 2014 eine der Hauptforderungen von Expédition MED. Gemeinsam mit Vereinigungen aus dem ganzen Land (Phenicia et Femmes rurales de Bouthlilis d’Oran, Larimar de sidi Belabes, kommunale Vereinigung von Bologhine, die Vereinigungen ARDH und CSSMB de Bejaia Ecologica und Bariq 21 aus Skikda und schließlich Grenn Ground de Seraidi unter der Führung des Labors EcoSTAQ der Universität von Annaba) wurden wir während unserer Aktionen nicht müde zu betonen, dass oxofragmentierbare Plastiktüten durch biologisch abbaubare ersetzt werden müssen. Wir sind froh, zu dieser Sensibilisierung zum Thema oxofragmentieres Plastik in Algerien beigetragen zu haben. Wir bedanken uns für das Interesse, das das Amt für Marineressourcen und Fischerei in Algier für unsere Kampagne bekundet hat, und für dessen Teilnahme und Unterstützung auf der algerischen Etappe.

Tunesien

In Tunesien kamen Dr. Mohamed Néjib Daly Yahia (Professor für marine Planktonökologie und Meereskunde) und seine Studenten im Rahmen eines Programms in Zusammenarbeit mit der wissenschaftlichen Fakultät von Bizerte an Bord der Ainez. Wir haben Phytoplanktonstichproben an der Meeresoberfläche sowie Zooplanktonproben durch vertikale Netzzüge auf der Höhe von 8 Stationen genommen, die den „jet atlantique“ queren. Wir haben des Weiteren die Gelegenheit genutzt, Mikroplastikprobenahmen mit dem „Manta-Schleppnetz“ vorzuführen, um die Teilnehmer für die Verschmutzung der Meere zu sensibilisieren. Ziel war die Vorbereitung einer zukünftigen wissenschaftlichen Partnerschaft, um gemeinsam die Verunreinigung durch Plastikmüll in Tunesien zu untersuchen.