Programm zu großformatigen Abfällen

Eine Plastiktüte wird von einer offenen Abfalldeponie geweht und landet schließlich im Meer. Hier wird die Plastiktüte zu einem sog, großformatigen Abfall. Monatelang wird sie auf der Oberfläche schwimmen und dabei diversen Meereslebewesen als Trägermaterial dienen, um dann, nach und nach, in Mikropartikel zu zerfallen oder in den Tiefen des Meeres zu verschwinden.

Expédition MED bateau et chalut

Diese großformatigen Abfälle zu beobachten, genau zu lokalisieren, zu zählen, zu fotografieren, herauszufinden, von welchen Gebrauchsgegenständen sie stammen, ihren Weg zu verfolgen, die Strömungsmuster festzustellen. Dieses Phänomen ist sehr wichtig, wir haben es hier mit einer „wandernden Umweltverschmutzung“ zu tun. Wenn wir heute ein Stück Plastik aus dem Meer fischen, kann niemand sagen, woher es stammt und wie lange es bereits im Meer unterwegs ist.

Aus diesem Grund besteht einer der Forschungsschwerpunkte darin, die für Plastikteile relevanten advektiven Strömungsmuster zu bestimmen. Mit Unterstützung der Informatik ist es möglich, die sog. „Akkumulationszonen“ in den Meeren zu modellieren. Dies sind Bereiche, in denen advektive Strömungen enden und manchmal riesige Wirbel bilden, in denen die Plastikfragmente sich nach und nach ansammeln. Andere Zonen hingegen stellen sich im Gegensatz dazu als solche dar, in denen der Müll nicht verweilt, sondern herausgeführt wird.

M.I.O liefert uns Karten, die auf Basis solcher mathematischen Modelle entstanden sind. Expédition MED wird daraufhin auf dem Mittelmeer aktiv, um die Theorie zu untermauern bzw. zu überprüfen.

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