Das Video zeigt die Aufnahme von Mikroplastik durch Plankton

Wissenschaftler des Meereslabors von Plymouth (Südwestengland) haben kürzlich aufgezeigt, dass Meeresplankton Mikroplastikteile aufnehmen kann. Da Plankton am Anfang der Nahrungskette steht, betrifft uns Menschen diese Verunreinigung durch Plastikmüll direkt.

Das Video zeigt zum ersten Mal, dass Planktonorganismen Mikroplastik aufnehmen können und erbringt damit den Beweis der Schädlichkeit von Plastikmüll.

Plancton et plastic

Plankton und Plastik

Um die Auswirkungen sichtbar zu machen, haben die Wissenschaftler Ruderfußkrebse (Copepoden), die zur Familie der planktonischen Schalentiere gehören, unter dem Mikroskop untersucht. Die Ruderfußkrebse wurden über einen Zeitraum von drei Stunden gefilmt, während sie sich in einem Gefäß mit Wasser befanden, in dem kleine fluoreszierende Polystyrolkügelchen von 7 bis 30 Mikrometer Durchmesser schwammen. Der Versuch hat gezeigt, dass das Plankton Mikroplastikpartikel aufnimmt.

Die winzigen Schalentiere ernähren sich bevorzugt von Algen, die im Wasser schweben. Sie erzeugen mit ihren Beinen Wirbel, um die Algen zu sich heranzuholen. Normalerweise sind die Tiere in der Lage, die Algen mit Hilfe ihrer chemischen sowie Tastrezeptoren herauszufiltern. Jedoch ist dieses System nicht unfehlbar; es kommt zu einer Verwechslung von Plastikteilen und Algen.

Die Aufnahme von Mikroplastik kann eine Vielzahl nachteiliger Auswirkungen auf die Zooplanktonorganismen haben. Den Wissenschaftlern zufolge könnte es zu einer Verlangsamung der Algenaufnahme durch das Plankton führen, was wiederum eine Einschränkung seiner Fortpflanzung und damit seines Überlebens zur Folge haben könnte. Darüber hinaus können die Plastikteile auch toxische Substanzen enthalten. Über das Plankton werden diese über die gesamte Nahrungskette weitergereicht; folglich bis zu uns. In Anbetracht der unfassbaren Menge an Plastikmüll, die jedes Jahr in den Weltmeeren landen, werden die Auswirkungen auf das Leben im Meer immer besorgniserregender.